Deutsch-finnische Hafenkooperation zielt auf mehr Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Seegüterverkehr ab

(Die „Arbeitspferde“ auf den RoRo-Rampen, die Tugmaster, sind weiter auf die Dieselpower angewiesen)

Die Seehäfen der Ostsee-Anrainerstaaten sollten noch enger kooperieren, um rasch deutliche Fortschritte und einheitliche Standards bei der Dekarbonisierung vor allem der Hafenumschlagtechnik zu erreichen. Dafür plädierte Sebastian Jürgens, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG), unlängst auf dem deutsch-finnischen Hafentag in Lübeck. Dies beträfe hauptsächlich die auf den Terminals zum Be- und Entladen von RoRo-Schiffen eingesetzten Zugmaschinen, die sogenannten Tugmaster. Diese bestimmen in großer Zahl auch das Umschlaggeschehen der LHG. Zurzeit werden diese aber noch mit konventionellen Dieselaggregaten angetrieben. „In vielen Bereichen gibt es leider noch keine Geräte, die eine andere Antriebstechnik mit gleicher Leistungskraft wie der eines Verbrennungsmotors besitzen“, verwies der Hafenchef auf bestehende Hürden auf dem Weg zu CO2-reduzierter bzw. -freier Umschlagstechnik, die praxistauglich ist. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass es bisher keine nichtdieselgetriebene Terminal-Zugmaschine gibt, die den Schräganstieg der Schiffsrampen bewältigen können. Hier bedarf es international koordinierter Innovationen und einheitlicher Regularien innerhalb der EU. Als Hafen selbst initiativ zu werden und in den eigenen Werkstätten eine Lösung zu finden, sei schwierig, da am Ende das Risiko besteht, künftige EU-Vorgaben zu verfehlen, so Jürgens. LHG-Chef Jürgens wünscht sich ebenso wie Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz, der auf dem deutsch-finnischen Hafentag die stabile und leistungsfähige Seebrücke zwischen Lübeck und elf finnischen Ports hervorhob – „Finnlands Einfallstor nach Zentraleuropa“ –, eine klarere Positionierung der EU zu LNG in der Schifffahrt. Es sei zwar eine Brückentechnologie, die aber für die nächsten 30 Jahre genutzt werden wird, bis Schiffe mit emissionsreduzierenden Antrieben in größerer Zahl zur Verfügung stehen, sagte Buchholz. Damit die Häfen an der Ostsee die LNG-Infrastruktur ausbauen können, müssten erhebliche Summen investiert werden. Der Minister sprach von dreistelligen Millionenbeträgen, die von den Landesregierungen und Häfen allerdings nicht allein zu stemmen sind. Hier könne mit europäischen Fördermitteln ein wichtiger Beitrag zur Co-Finanzierung geleistet werden.

 

Quelle: THB/Täglicher Hafenbericht


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