Die DEKRA Claims Services GmbH Marine- & Cargo Survey unter Havariekommissar Volker Dührkoop führte am Cargo Terminal Lehmann (CTL) in Lübeck-Siems einen dynamischen Fahrversuch durch.

Im Gegensatz zur statischen Prüfung (z.B. durch Druckbeaufschlagung oder einem Kippversuch) wird die dynamische Prüfung während der Fahrt durchgeführt. Bei der Prüfung wird z. B. ein bestimmtes Ladungssicherungssystem untersucht. „Bei der dynamischen Prüfung untersuchen wir die Kombination aus Lkw, Ladung und Ladungssicherungssystem,“ so Volker Dührkoop.

Prüfung einer Ladungssicherungsmethode und/oder einem Ladegutsicherungsprodukt

Die bekannteste Anwendung des dynamischen Tests ist die Prüfung der Aufbaufestigkeit von Beförderungseinheiten gemäß DIN EN 12642 Code XL.

In diesem Fall wurde, für einen europäischen Papierhersteller, die Möglichkeit eines Transportes mit drei liegenden Papierrollen erfolgreich geprüft, wobei die obere Rolle in Sattellage lag.  Untersucht wurde die Wirksamkeit der Kombination von Ladegutsicherungsequipment und Ladung. Genutzt wurden bereits vom niederländsichen Hersteller Veltkamp geprüfte Cargo Chocks. Neben der notwendigen Messtechnik und der Stützachse von der DEKRA wurde von der Spedition Schultz und Sohn der Lastzug für die dynamische Prüfung zur Verfügung gestellt.

 

Cargo Chocks sind speziell entwickelte Keile oder Blöcke, die dazu dienen, Güter, insbesondere zylindrische oder runde Gegenstände wie Papierrollen, während des Transports zu sichern und ein Verrutschen oder Umfallen zu verhindern. Sie werden oft in Kombination mit Zurrgurten eingesetzt und sind so konstruiert, dass sie Beschädigungen an der Ladung und am Laderaum selbst minimieren.

 

Worin besteht die dynamische Fahrzeugprüfung?

Bei diesen Tests werden die folgenden Manöver durchgeführt. (Bilder von einem älteren Test):

 

• Fahren mit ausreichend hoher Geschwindigkeit und Realisierung einer Vollverzögerung.. Es muss eine Beschleunigung von 8m/s² gemessen werden, und zwar über eine Zeitspanne von mindestens 80 Millisekunden.

 

 

• Rückwärts fahren und bremsen. Hier muss die Beschleunigung 5m/s² betragen.

• Fahren mit ausreichend hoher Geschwindigkeit durch einen Kreisverkehr. Es muss dann eine Querbeschleunigung von 5m/s² festgestellt werden.

Fahren einer S-Form und Verzögerung am Ende. Messen der Querbeschleunigung von 5 m/s² in beiden Richtungen und nach dem Spurwechseltest 6m/s2 durch die Bremsung.

Um die Sicherheit zu gewährleisten, werden Stützräder angebracht. Diese Stützräder verhindern, dass der Trailer umkippt. Denn bei einer Beschleunigung von 0,5 g oder 5 m/s² nähert sich der Lkw seinem Kipppunkt.

Desweitern werden Beschleunigungsmesser am Fahrzeug angebracht. Auf diese Weise kann überwacht werden, ob die beabsichtigte Beschleunigung erreicht wird.

 

 

Quelle: DEKRA Claims Services GmbH Marine- & Cargo Survey/Volker Dührkoop