625. Jahreshauptversammlung der Schifferbrüder – Vorbereitungen für Jubiläumsjahr 2026

Am 10. März hielten die Schifferbrüder in ihrem Haus ihre 625. Jahreshauptversammlung ab. Zahlreiche Mitglieder nahmen an der traditionsreichen Versammlung teil, bei der neben den Berichten des Vorstands auch wichtige Entscheidungen für das kommende Jubiläumsjahr getroffen wurden.

Die Mitglieder entlasteten den Vorstand für das Geschäftsjahr 2025 einstimmig. Anschließend wurde der Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Das kommende Jahr steht ganz im Zeichen eines besonderen Ereignisses: Am 4. Dezember 2026 planen die Schifferbrüder eine große Jubiläumsfeier, mit der die lange Geschichte der Gemeinschaft gewürdigt werden soll.
Im Rahmen der turnusmäßigen Wahlen wurde Kapitän Peter Vogel zum 2. Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf Kapitän Hans-Rolf Rauert, der sich nach langjähriger Tätigkeit nicht erneut zur Wahl stellte. Die Mitglieder dankten ihm für seinen langjährigen Einsatz für die Gemeinschaft.
Zudem bestätigte die Versammlung Kapitän Heiko Wulff als Schatzmeister in seinem Amt.
Im Anschluss an die Versammlung luden die Schifferbrüder geladene Gäste zu einem gemeinsamen, deftigen Grünkohl-Essen ein, bei dem die Mitglieder und Gäste den Abend in geselliger Runde ausklingen ließen.
Kapitän Rüdiger Pfaff, Vorsitzender der Schifferbrüder, berichtete in seiner Rede, dass infolge der aktuellen Konflikte im Nahen Osten derzeit mehr als 20.000 Seeleute im Persischen Golf festsitzen. Dies entspreche den Besatzungen von mehreren hundert Schiffen, die momentan an einer Weiterfahrt gehindert sind.
Darüber hinaus informierte er kurzweilig über die geschichtliche Entwicklung des Portweins und erläuterte dessen enge Verbindung zu England.


Historischer Hintergrund
Die Lübecker Schifferbrüderschaft gehört zu den ältesten noch bestehenden Vereinigungen von Seeleuten in Europa. Ihre Wurzeln reichen bis in die Zeit der Hanse, als Lübeck eines der wichtigsten Handelszentren im Ostseeraum war. Kaufleute und Kapitäne organisierten von hier aus den Seehandel zwischen Skandinavien, dem Baltikum, England und den Hansestädten.
Die Schifferbrüder schlossen sich bereits im 15. Jahrhundert (1401) zu einer Bruderschaft zusammen. Ziel war es, den Zusammenhalt unter den Seeleuten zu stärken und für gegenseitige Hilfe zu sorgen – etwa bei Krankheit, Unglück auf See oder zur Unterstützung der Familien verstorbener Kapitäne. Zugleich pflegte die Bruderschaft religiöse und soziale Traditionen, die eng mit der Seefahrt verbunden waren.
Über Jahrhunderte hinweg überstand die Gemeinschaft politische Umbrüche, wirtschaftliche Veränderungen und den Wandel der Schifffahrt. Bis heute bewahren die Schifferbrüder maritime Traditionen, erinnern an die große Zeit der Lübecker Seefahrt und pflegen die Kameradschaft unter Kapitänen und Seeleuten.
Mit der 625. Jahreshauptversammlung und den Vorbereitungen für das Jubiläum im Jahr 2026 setzen die Schifferbrüder diese jahrhundertealte Tradition fort.