Der irische Start-up-Reederei Hibernia Line hat das RoPax-Schiff „SUPERFAST IX“ von der Tallink Grupp übernommen; das Schiff wurde im Vorfeld seines Einsatzes auf der mit Spannung erwarteten Strecke Cork–Boulogne-sur-Mer des Unternehmens umgehend in „ST PATRICK“ umbenannt. Die 2002 gebaute Fähre, die auf Basis eines langfristigen Bareboat-Chartervertrags gechartert wurde, soll Mitte Juni den neuen Fährdienst zwischen Irland und Frankreich einweihen.
Das 203 Meter lange Schiff, das dank seiner vier Wärtsilä-Hauptmotoren Geschwindigkeiten von über 27 Knoten erreichen kann, wurde nach seinem jüngsten Einsatz auf der Tallink-Route Paldiski–Kapellskär in der Ostsee für eine rasche Übergabe bereitgestellt. Der Chartervertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren mit einer Option auf Verlängerung um weitere zwei Jahre und beinhaltet zudem eine Kaufoption. Vor der Indienststellung bei Hibernia Line wird die ST PATRICK in den Farben des Betreibers neu lackiert.

Hibernia Line hat zudem das zweite Schiff für die Strecke bestätigt. Das Unternehmen hat die AKKA von TT-Line gechartert, zunächst bis Ende 2026. Das RoPax-Schiff, das früher unter dem Namen NILS HOLGERSSON bekannt war und auf der SSW-Werft in Bremerhaven gebaut wurde, soll in Kürze an die neue Irische Reederei übergeben werden, macht aber erst einmal einen 3-wöchigen Werftaufenthalt bei Remontowa in Danzig. Nach ihrem Flottenbeitritt wird die AKKA in ST. KILLIAN umbenannt und nach Frankreich überführt werden.
Die Verbindung Cork (Ringaskiddy)–Boulogne-sur-Mer wird sechs Abendfahrten pro Woche in beide Richtungen anbieten und sowohl Passagier- als auch Frachtkapazitäten bereitstellen. Die Route stellt eine strategisch wichtige neue Direktverbindung zwischen Südirland und Nordfrankreich dar, die die Landbrücke des Vereinigten Königreichs umgeht und den Fährverkehr in Boulogne wiederbelebt, wo es seit dem Rückzug von LD Lines im Jahr 2010 keinen regelmäßigen Fährdienst mehr gab.
Quelle: Shippax/TT