Ein neues Ladesystem im Hafen von Puttgarden ist nun bereit, um den Fährbetrieb von Scandlines zu bedienen. Somit wird die Reederei ihre Fähren auf beiden Seiten des Fehmarnbelts mit Ladestrom versorgen können. Der Weg zum neuen Landstromanschluss in Puttgarden war lang: Nicht weniger als elf Kilometer Stromkabel wurden vom Umspannwerk in Burg bis zum Fährhafen in Puttgarden verlegt, um die erforderliche Anschlusskapazität von 15 MW im Hafen zu schaffen.

Die Fähre „The Baltic Whale“ am neuen Ladestromanschlusspunkt in Puttgarden auf Fehmarn, Foto: Scandlines

 

Im Hafen von Rødby ist ein Anschluss bereits seit März in Betrieb, damals wurde auch die 148 Meter lange Fähre „The Baltic Whale“ (IMO 9966685) auf der Route Puttgarden-Rødby in Dienst gestellt.

„The Baltic Whale“ ist eine der größten Fähren der Welt, die ausschließlich mit Ladestrom von Land betrieben werden können. Durch die Möglichkeit, die Fähre sowohl in Rødby als auch in Puttgarden zu laden, kann die Ladezeit in jedem Hafen auf nur zwölf bis 15 Minuten reduziert werden. Gleichzeitig kann Scandlines häufiger Abfahrten der Fähre von beiden Häfen anbieten, und zwar ausschließlich auf Ladestrom.

„Während wir mit ‚The Baltic Whale‘ bisher sowohl in Zwei- als auch in Drei-Stunden-Umläufen gefahren sind, fahren wir nun fest alle zwei Stunden – sechs Tage pro Woche rund um die Uhr. Und die Überfahrt dauert nur 45 Minuten, genau wie bei unseren anderen Fähren auf der Route“, sagt Michael Guldmann, COO von Scandlines. Auch die übrigen Fähren von Scandlines auf der Route sollen zukünftig die Ladeinfrastruktur nutzen können, sobald sie zu Plug-in-Hybridfähren umgerüstet sind. Bereits in diesem Jahr werden zwei der insgesamt vier Passagierfähren der Reederei auf der Puttgarden-Rødby zu Plug-in-Hybridfähren umgerüstet. Scandlines erwartet, dass die Reederei in Zukunft 80 Prozent des Energieverbrauchs der Fähren über Ladestrom deckt.

„Es handelt sich noch um relativ neue Technologie für uns, und wir haben in den letzten Wochen eine Reihe von Tests an der Anlage in Puttgarden durchgeführt, um sicherzustellen, dass alles wie vorgesehen funktioniert. Der Anschluss steht nun ebenso wie die Anlage in Rødby bereit, in den Regelbetrieb zu gehen und wir freuen uns sehr darauf, auf beiden Seiten des Fehmarnbelts laden zu können“, schließt Michael Guldmann.

Seit 2013 hat Scandlines 430 Millionen Euro in emissionsreduzierende Technologien investiert, darunter „The Baltic Whale“, Hybridfähren, Rotorsegel, energieeffiziente Propeller und die Schaffung von Ladeinfrastruktur in den Häfen. Die Investitionen in den Landstromanschluss in Puttgarden einschließlich der Erweiterung des Stromnetzes wurden von der EU im Rahmen der Connecting Europe Facility (CEF) für Verkehr kofinanziert.

 

 

Quelle: PM/Scandlines