Die Gemeinde Kastorf im Herzogtum Lauenburg liegt rund 60 Kilometer entfernt vom Hamburger Kiez. Aber das Herz der Geschäftsführung bei der Rodenberg Waldkontor Aktiengesellschaft (umbenannt seit 30. Januar, vorher GmbH) schlägt für den FC St. Pauli. So tragen denn auch die grünen Holzfrachter Namen wie „Große Freiheit“ (IMO 9507142).

(5900-tdw-Neubauten vom Typ „Eco Freighter“, Quelle: Rodenberg)
Die Firma hat drei Schiffe von 4500 bis 5500 tdw, weitere Einheiten werden nach Bedarf auf dem Spotmarkt dazu gechartert. Die Transportmenge von Rundholz und Hackschnitzel liegt bei rund zwei Millionen Tonnen pro Jahr. Das Fahrtgebiet der Küstenmotorschiffe sind Nord- und Ostsee. Mit Ausnahme von Russland – da ruht das Geschäft wegen des Angriffskrieges auf die Ukraine.
Diesen Monat wurde der Vertrag für zwei 5900-tdw-Neubauten vom Typ „Eco Freighter“ unterzeichnet. Sie werden in China gebaut und sollen 2028 geliefert werden.
Nach Angaben des Waldkontors soll mit der Investition die Position im europäischen Short-Sea-Markt gestärkt werden. Man setze „konsequent auf moderne, effiziente Tonnage“. Der „Eco Freighter“ gilt als eines der erfolgreichsten Neubaukonzepte im Short-Sea-Segment, mehr als 70 Einheiten aus der 5200- bis 5900-Tonner-Serie wurden bereits bestellt. Die 89,98-Meter-Neubauten mit entsprechender Eisklasse für Nord- und Ostsee sollen bis zu rund der Hälfte weniger Kraftstoff verbrauchen als vergleichbare, ältere Schiffe bei gleichzeitig hoher Tragfähigkeit. Die Schiffstechnik wird als bewährt und robust bezeichnet und besteht aus einem konventionellen 2515-PS-Everllence-Hauptmotor.
CEO Claus Rodenberg über die gerade erfolgte Umwandlung in eine AG: „Wir schaffen damit eine stabile Grundlage für die Zukunft, sichern unsere unternehmerische Handlungsfreiheit und regeln die Nachfolge im Familienunternehmen langfristig. Gleichzeitig eröffnen wir die Möglichkeit, Mitarbeitende künftig zu beteiligen. Unsere Aktien sind Namensaktien und nicht frei handelbar – Waldkontor bleibt also weiterhin ein klar geführtes Familienunternehmen.“
Quelle: THB/Täglicher Hafenbericht