Am Samstag, d. 6. Juni 2026 berichteten wir über die Sperrung des Ostpreußenkais in Travemünde, wegen nicht gewährleistbarer Betriebssicherheit. Der einzige Kreuzfahrtschiffanlauf (MS EUROPA) für dieses Jahr ist damit seitens der Stadt Lübeck abgesagt worden.
Hier das Statement von Hapag-Lloyd Cruises:
„Für die anstehende Reise der EUROPA vom 12.06. bis 26.06. (EUR2613) von Hamburg mit ursprünglichem Ausstiegshafen in Travemünde sowie für die Folgereise vom 26.06. bis 08.07. (EUR2614) mit ursprünglich geplantem Einstiegshafen in Travemünde nach Kiel hat sich leider eine kurzfristige Änderung ergeben. Hapag-Lloyd Cruises wurde seitens der Hafenagentur über die Sperrung des Ostpreußenkais in Travemünde mit sofortiger Wirkung informiert. Da die Betriebssicherheit an der Pier bei erhöhtem Passagieraufkommen derzeit nicht gewährleistet werden kann, wird die EUROPA Travemünde auf diesen beiden Reisen leider nicht anlaufen. Stattdessen erfolgt der Hafenaufenthalt am 26.06.2026 in Kiel.“
Seit 2021 verwies die Stadt auf den Zustand des Anlegers und vergab keine Garantien, schon gar nicht für lange Zeiträume. Dass also immer weniger Kreuzfahrer nach Travemünde kamen lag daran, dass es schon seit Jahren unplanbar war. Diesem Umstand wurde aber nicht zeitig entgegen gewirkt, als die baulichen Noten noch besser waren. Eine Ertüchtigung der Kaianlage wurde scheinbar nicht in Erwägung gezogen.
Die Betreiberin des Ostpreußenkais, die Lübecker Hafen-Gesellschaft erklärte nur kurz:
„Da die inhaltliche Zuständigkeit für infrastrukturelle Themen nicht bei der Lübecker Hafen-Gesellschaft liegt, werden Sie die Antwort auf Ihre Anfrage direkt von der Pressestelle der Hansestadt Lübeck erhalten.“
Die Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hansestadt Lübeck schickte der Hafenrundschau folgende Stellungnahme:
„Die Hansestadt Lübeck bedauert die kurzfristig erforderliche Sperrung des Ostpreußenkais ausdrücklich. Die im Rahmen der Bauwerksprüfung und der ergänzenden Standsicherheitsnachweise gewonnenen Erkenntnisse machen diesen Schritt jedoch notwendig. Die Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern, Gästen, Beschäftigten sowie des Schiffsverkehrs hat für die Stadt oberste Priorität. Um möglichen Risiken frühzeitig zu begegnen, werden kurzfristig Sicherungsmaßnahmen umgesetzt und ein verstärktes Monitoring eingerichtet. Parallel dazu arbeitet die Stadtverwaltung an nachhaltigen Lösungen für die Zukunft der Kaianlage. Unser Ziel ist es, die Auswirkungen der Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Gemeinsam mit den beteiligten Partnern, insbesondere der Travemünder Woche und der Lübecker Hafen-Gesellschaft, werden derzeit mögliche Alternativen für betroffene Schiffsanläufe und Veranstaltungen geprüft. Das Kreuzfahrtterminal ist von der Sperrung nicht betroffen. Geplante Nutzungen können stattfinden.“
