Die neue Scandlines-Fähre „The Baltic Whale“ (IMO 9966685) hat ihre Überfahrt aus dem Mittelmeer in die Ostsee beendet. Das im November 2021 bei der Cemre Werft in Yalova bei Istanbul bestellte Fährschiff wird die erste Elektro-Fähre im Fehmarnbelt sein. Das 147 Meter lange Schiff wurde als Ersatz für die beiden Frachtfähren „Holger Danske“ (IMO 7432202) und „Kronprins Frederik“ (IMO 7803205) bestellt.

(„The Baltic Whale“ wird elektrisch auf der Vogelfluglinie zwischen Puttgarden und Rødbyhavn pendeln, Foto: Frank Behling)

 

Das Besondere an der neuen Fähre ist der Antrieb. Die von elektrischen Ruderpropellern angetriebene Fähre soll überwiegend mit Strom aus Windenergieanlagen an Land betrieben werden. Spezielle Anschlüsse in den Fähranlegern wurden in Puttgarden und Rödbyhavn installiert. Dabei wurde eine Schnellladetechnik verbaut, die mit Anschlüssen in den Fährbetten die großen Batteriepakete mit einer Leistung von zehn Megawattstunden in weniger als 17 Minuten aufladen kann.

Ganz ohne Dieselmotoren geht es jedoch nicht. An Bord der Fähre sind drei große MTU-Dieselgeneratoren eingebaut, die die elektrischen Fahrmotoren antreiben können. Mit diesen Motoren hat „The Baltic Whale“ auch die 3700 Seemeilen lange Überführung bewältigt.

Zunächst wird die Fähre ausgerüstet. Dann plant Scandlines, das Anlegen und Ablegen an den Rampen sowie das Anschließen der Ladetechnik zu üben.

Der 147 Meter lange und 25 Meter breite Rumpf ist so geformt, dass er in die Fährbetten der vier Vogelflugfähren passt, für die es in Puttgarden und Rödbyhavn jeweils zwei Anleger gibt. Dafür hatte die Reederei weitere 20 Millionen Euro investiert.

Die Passagierkapazität liegt bei 140 Personen und auf den Decks sollen bis zu 66 Lastwagen befördert werden. Mit einem Investitionsvolumen von rund 80 Millionen Euro will die deutsch-dänische Fährreederei Scandlines mit dem Neubau in den Wettbewerb mit dem Tunnel eintreten.

 

 

Quelle: Frank Behling, Ralf Johanning /THB