Holzschiffe bedürfen intensiver Pflege, so gilt es auch für den Nachbau des historischen Hanseschiffes „Lisa von Lübeck“. Die seit ihrem Stapelhub im März 2004 nicht mehr aus dem Stadtbild Lübecks wegzudenkende Kraweel wird jahrein und jahraus durch die ehrenamtlich tätigen Aktiven der Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck (gemeinnützig) e.V. gepflegt und ermöglicht somit Interessierten vor Ort oder anlässlich einer Mitfahrt einen Einblick in die Schifffahrt zur Hansezeit.

Bereits in der Vergangenheit wurden Fock- und Großmast im Rahmen der erforderlichen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Fahrtüchtigkeit ausgewechselt – nun war es auch für den Besanmast an der Zeit, erneuert zu werden.

2019 wurde im Behlendorfer Forst durch Bootsbaumeister Heine Schmarje eine passende Lärche ausgesucht, gefällt und dann in Richtung Vorplatz des Schuppen D auf die nördlichen Wallhalbinsel verbracht, um ab Herbst 2020 unter seiner fachlichen Anleitung zum Besanmast aufgearbeitet zu werden. „Unser Bootsbauer hat unter den besonders schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie wieder einmal eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Unsere Vereinsmitglieder wurden dabei nicht unwesentlich durch die Mitglieder der Jugendbauhütte unterstützt“, so der 1. Vorsitzende Marco Antler.

Am vergangenen Samstag wurde mittels Schwerlastkran die über 90 Jahre alte Barkasse „SW 2“ ihrem nassen Element übergeben und der neue Besanmast „unverrückbar“ auf der „Lisa von Lübeck“ positioniert.

„Ein Werftaufenthalt in Dänemark, Schulungen für die Besatzung sowie eine Trainingsfahrt stehen noch im Terminkalender. Danach hoffen wir, dass wir runderneuert wieder mit Gästen in See stechen können“, so der Vereinsvorsitzende. „Der finanzielle Aufwand zum Unterhalt eines derartigen Schiffes ist hoch und wird ausschließlich durch die Einnahmen aus Vercharterungen und Gästefahrten sowie durch Spenden finanziert; dabei ist die Arbeitsleistung der Aktiven noch nicht mit berechnet. Interessierte und Freiwillige, die sich aktiv einbringen möchten, sind bei uns herzlich willkommen. Wir sind auf Unterstützung angewiesen“, so der Hinweis von Marco Antler zum Thema Nachwuchssorgen.

Bleibt zu hoffen, dass der Wunsch nach einem geregelten Vereinsleben und einem vollen Terminkalender mit Gästen an Bord bald in Erfüllung gehen möge.

 

Quelle: Pressemitteilung Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck (gemeinnützig) e. V


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